Gallensteinileus - Erler Zimmer
Krankengeschichte
Ein 54-jähriger Mann wurde mit 12 Stunden anhaltenden starken kolikartigen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen ins Krankenhaus eingeliefert. In der Anamnese wurde festgestellt, dass er seit drei Jahren unter intermittierenden Schmerzen im rechten Subkostalbereich litt, wegen derer er keinen Arzt aufgesucht hatte. Bei ihm wurde ein akuter Darmverschluss diagnostiziert und eine Laparotomie durchgeführt.
Pathologie
Dieser Dünndarmabschnitt wurde geöffnet und zeigt einen großen pigmentierten, eiförmigen Gallenstein mit einer aufgerauten Oberfläche. Dies ist ein Beispiel für einen Gallensteinileus.
Weitere Informationen
Gallensteinerkrankungen sind eine seltene Ursache für Darmverschluss und machen nur 0,5 % der Fälle aus, wobei ältere und weibliche Patienten überwiegen. Sie tritt am häufigsten als Folge von biliär-enterischen Fisteln auf (kann sich im proximalen oder distalen Teil des Darms befinden), kann aber auch nach einer Sphinkterotomie auftreten. Steine sind in der Regel über 2–2,5 cm groß und befallen zu 70 % das Ileum, während andere an Stellen mit Strikturen/Verengungen verstopfen. In der Anamnese können episodische obstruktive Symptome auftreten. Die Diagnose wird entweder radiologisch (häufig im CT) oder zum Zeitpunkt der Entfernung bestätigt. Die Rigler-Trias ist typisch für einen Gallensteinileus und besteht aus: (1) einem Dünndarmverschluss, (2) einem Gallenstein außerhalb der Gallenblase und (3) Luft in den Gallengängen (Pneumobilie), erkennbar auf der Bildgebung und Gallensteinpräsenz auf Ebene XR. Die Behandlung erfolgt in der Regel chirurgisch mit Entfernung des blockierenden Steins. Verschluss der Fistel und Cholezystektomie, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Diese Verfahren müssen möglicherweise in Etappen durchgeführt werden.